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Schauergeschichten / herausgegeben von Carl Nicolai
Entstehung
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„Rachluſt? Rachluſt gegen die Men⸗ ſchen? Dann bin ich Deine Schwe⸗ ſter!“ rief die Unbekannte und reichte ihm die Hand.„Verſprich mir,“ fuhr ſie fort mit einem ſehr duͤſtern Blick, „daß ich nur Deine Schweſter ſeyn ſoll; gelobe es mir bei allen Goͤttern der Rache, und dann fuͤhre mich in die wildeſte Wildniß; ich werde nicht zagen.“

Blick und Ton waren entſetzlich, und Bruno fuͤhrte, nachdem er es ge⸗ lobt, die Unbekannte weiter. Er brachte ſie in ſeine geraͤumige, unnahbare Hoͤhle; der treue Hund zeigte den Weg durch die duͤſtere Waldung. In der Hoͤhie, oder vielmehr Felſengrotte, welche ge⸗ raͤumig genug war, zuͤndete er Licht an, das heißt, trocknes Kiehnholz ſteckte er brennend in eine Felſenſpalte; und nun beſah er bei dem hellen Fackelſchein die Fremde, welche er beherbergen ſollte,