Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
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rückt hatte.Ich muß Euch geſtehen, daß es mir ſehr gewagt vorkommt, in der Nacht dieſen Wald paſſiren zu wollen.

Ich komme von Zittau, antwortete die Fremde,und wollte bis in die Nähe des Kloſters Marienthal.

Und dieſen Entſchluß konntet Ihr ohne alle Begleitung auszuführen wagen, ſagte Barbara verwundert;Ihr, die Ihr doch ein ſchwaches Weib ſeid und dazu noch ſo hübſch, ſollte ſich denn kein Beſchützer für Euch gefunden haben, der es über ſich genommen hätte, Euch Beiſtand zu leiſten?

Ich hatte dies anfänglich alles erwogen, ſagte die ſchöne Unbekannte mit einem tiefen Seuf⸗ zer,allein die Nothwendigkeit zwang mich, meine Reiſe allein und während ver Nacht zu vollenden,

um, ohne Aufſehen zu verurſachen, mit einer Per⸗

ſon zuſammen zu treffen, deren Anblick ich ſeit län⸗ gerer Seit zu entbehren gezwungen wurde. Hm, ich verſtehe Euch, ſchöne Frau, oder was Ihr ſein mögt, antwortete Barbara,Ihr habt vermuthlich ein angenehmes Stelldichein mit irgend einem ſchönen liebenden Galan auf halbem Wege verabredet, um der Liebe Glück zu pflegen. Iſt es nicht ſo meine Gute? nein! o nein! verſetzte die Unbekannte be⸗