— 17—
Der gefangene Iſraelit ſchrieb hierauf im Beiſein des Ritters an ſeinen Geſchäftsfreund, den genannten Abraham, und dieſer ſäumte keinen
Augenblick, ſeinen Glaubensgenoſſen aus ſeiner
ſchweren Haft zu befreien; er erhielt ein Geleit bis eine Viertelſtunde von der Burg, das er theuer genug bezahlen mußte, und dankte Gott für ſeine Rettung aus den Krallen des räuberiſchen Talken⸗ ſteiners, der ſich beim Einſtreichen des erpreßten Löſe⸗ geldes ins Fäuſtchen lachte.
„Jetzt, Freund Eginhard, laß ſehen, was unſere
andern beiden Gefangenen machen, die Meiſter
Hans Hutten hinter ſeinen Schloͤſſern verwahrt. Geh' hinab und hole ſie her, wir wollen ſehen, weſ⸗ ſen ſie geſonnen ſind; ich will dann nach der Fol⸗
terkammer hinabſteigen, um Zeuge zu ſein, wie ſich
der junge Trotzkopf auf der Reckleiter benimmt.“
Die beiden Kaufleute, welche in der Burg ge⸗ fangen ſaßen, wurden nach kurzer Zeit hereingeführt, ſie ſahen ebenfalls ſehr leidend aus, und bewieſen eine Muthloſigkeit, als ob ſie im Begriff ſtänden, das Schaffot zu beſteigen.
Der Burgherr weidete ſich mit Vergnügen an
der Angſt dieſer armen Schelme.
„Nun, Ihr zähen Ellenreiter!“ rief er höhnend,
„„wie gefällt es Euch inmitten meines Weichbildes?
Adam Schwobe. 7. Lieferung. 2


