——
Augen anzuſehen: unterſuchen wir jetzt, was dieſelben in ihrem Intereſſe thaten.
Der Herrſcher von huͤndert Konigreichen*) und der großten Monarchie der neueren Zeit, hatte keine Erben und ſah in einer Zukunft, die der ſchlechte Zuſtand ſeiner Geſundheit ihm immerwaͤhrend vor Augen roͤckte, ſeine Staaten getheilt und ſeine Macht in fremde Haͤnde uͤber⸗ gehen. um dieſem Ungluͤcke, wenigſtens zum Theil, zu begegnen, machte er ein Teſtament und wählte den zu ſeinem Nachfolger der das
mehrſte Recht hatte es zu ſehn, den Enkelſohn von Ludwig XIV., den Herzog Philipp von Anjou. Die Wahl wuͤrde ſeiner Klugheit Ehre gemacht haben, wenn macht nicht gewußt haͤtte, daß er fruͤher bereits zwei andere Teſtamente machte, bei deren Entwerfung ſelbſt ein Cardinal und mehrere Theologen behuͤlflich geweſen waren.
*) Die Provinzen Spaniens und die ſeiner Colonien fuͤhrten den Titel: Koͤnigreiche. Im Allgemei⸗ nen waren ſie viel bedeutender in Hinſicht ihrer Ausdehnung als die Provinzen anderer Staaten, aber dieſen dagegen wieder in jeder andern Be⸗ ziehung nachſtehend, und die Veranlaſſung hierzu die, daß dieſes weite Reich ſeit lange ſchon eigent⸗
lich gar nicht mehr regiert wurde.


