Teil eines Werkes 
1. Theil (1827)
Entstehung
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IX

handelten und die wir wiedererzaͤhlen, wird von uns nie ganz genau mitgetheilt, ſo ehrlich wir auch ſeyn moͤgen. Unſere Augen haben uns ge⸗ taͤuſcht, unſer Gedaͤchtniß iſt uns untreu, wir hoͤrten und handelten unter dem Einfluß der Lei⸗ denſchaften, oder wenn wir ſo glucklich waren

demſelben zu entgehen, unter dem der Einbil⸗

dungskraft. Zwei Monate nach dem Ereigniſſe erzaͤhlen wir daſſelbe ſchon nicht mehr ſo, wie wir es anfangs berichteten; ſechs Monate ſpaͤ⸗ ter iſt die Verſchiedenheit noch groͤßer. Kurz, es iſt unmoͤglich zu verſichern, daß ſich eine Sache genau ſo zugetragen hat, wie man ſie mittheilt und wenn Sie ſich z. B. der Ereigniſſe Ihres Lebens erinnern wollen, die Ihr Gedächtniß aufbewahrte....

Die Unterredung wurde hier durch den Ein⸗ tritt eines Chorknaben unterbrochen, der den Auszug aus dem Taufregiſter brachte, den Hr. Delwins von dem Prieſter verlangt hatte, und den er nun neben mir auf den Tiſch legte.