————
249
„Ihr glaubt alſo immer noch, Ihr werdet hinaus⸗ ommen?“ verſetzte La Ramée.
„Bei Gott,“ rief der Prinz,„und wäre es erſt bei dem Tode des Mazarin; ich bin fünfzehn Jahre jünger als er. Allerdings,“ fügte er bei,„allerdings lebt man in
Vincennes raſcher.“
„Monſeigneur,“ ſprach La Ramée,„Monſeigneur!...“
„Oder man ſtirbt früher,“ fügte der Herzog von Beaufort bei,„was auf daſſelbe hinauslauft.“
„Monſeigneur,“ ſagte La Ramée,„ich will das Abendbrod beſtellen.“
„Und Ihr glaubt, Ihr werdet etwas aus Eurem Zög⸗ ling machen können?“
„Ich hoffe es,“ antwortete La Ramée.
„Ich laſſe Euch Zeit dazu,“ murmelte der Herzog.
„Was ſagt Monſeigneur?“ fragte La Ramée.
„Monſeigneur ſagt, Ihr ſollt die Börſe des Herrn Cardinals nicht ſchonen, der meine Penſion zu übernehmen die Güte gehabt hat.“
La Ramée blieb an der Thüre ſtehen.
„Wen befiehlt Monſeigneur hieher zu ſchicken?“
„Wen Ihr wollt, nur Grimaud nicht.“
„Den Offizier der Wache alſo. Mit ſeinem Schach⸗ ſpiel?“
„Ja.
La Ramée entfernte ſich.
Fünf Minuten nachher trat der Offizier der Wache ein und der Herzog ſchien ganz vertieft in die ſeltſamen Combinationen des Schachſpiels.
„Es iſt ein ſeltſames Ding um den Geiſt, und, welche Revolutionen bringen ein Zeichen, ein Wort, eine Hoff⸗ nung darin hervor. Der Herzog war ſeit fünf Jahren im Gefänguez, und ein Blick rückwärts geworfen, ließ ihm dieſe fünf Jahre, welche jedoch ſehr langſam abgelaufen waren, minder lang erſcheinen, als die acht und vierzig


