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erhitzen, wenn die Aufrührer nicht dem Willen des Königs gehorchten, ſo würde er Galgen auf den öffent⸗ lichen Plätzen errichten, um ſogleich die Meuteriſchſten unter ihnen hängen zu laſſen. Dieſe erwiederten hier⸗ auf, es wäre ihnen nichts lieber, als Galgen errichten zu ſehen, ſie würden dazu dienen, die ſchlechten Richter zu hängen, welche die Gunſt des Hofes mit dem Elend des Volkes erkauften.
Das war noch nicht genug. Am 11. wurde die Königin, als ſie zu der Meſſe in Notre⸗Dame ging, was ſie regelmäßig jeden Sonnabend that, von mehr als zweihundert Frauen verfolgt, welche ſchrieen und Ge⸗ rechtigkeit forderten. Sie hatten indeſſen keine böſe Ab⸗ ſicht und wollten ſich ihr nur zu Füßen werfen, um ihr Mitleid rege zu machen. Aber die Wachen verhinderten ſie daran, und die Königin ging hochmüthig und ſtolz, ohne auf ihr Geſchrei zu hören, an ihnen vorüber.
Am Nachmittag verſammelte ſich der Rath aber⸗ mals, und es wurde beſchloſſen, das Anſehen des Kö⸗ nigs aufrecht zu halten. In Folge hievon berief man das Parlament auf den nächſten Tag.
An dieſem Tage, demjenigen, an deſſen Abend wir dieſe neue Geſchichke eröffnen, ließ der König, der da⸗ mals zehn Jahre alt war und kurz zuvor die Pocken gehabt hatte, unter dem Vorwande, in Notre⸗Dame ſein Dankgebet zu verrichten, ſeine Garden, ſeine Schweizer und ſeine Musketiere ausrücken, ſtellte ſie um das Palais Royal, auf den Quais und auf dem Pont Neuf auf, und begab ſich, nachdem er die Meſſe gehört hatte, in das Parlament, wo er bei einem im⸗ proviſirten Lit de Juſtice*) nicht allein ſeine früheren Ediete beſtätigte, fondern auch fünf bis ſechs neue er⸗
*²) Lit de Juſtice hieß in Frankreich ein großer Gerichtstag, welchen der Koͤnig perſoͤnlich, auf einem Throne ſitzend, im Par⸗ lament hielt.


