150 Fauchelevent auf den Vater Meſtienne. Er zweifelte nicht mehr an dem Ende. Nie gab es eine mißlichere Lage, nie eine vollſtändigere Ruhe, die vier Bretter des Sarges ſtrömten einen furchtbaren Frieden aus. Es ſchien, als ob etwas von der Ruhe der Todten ſich der Ruhe Jean Valjeans mittheilte.
Aus dem Innern des Sarges konnte er alle Phaſen des fürchterlichen Drama's ſehen, welches er mit dem Tode aufführte.
Kurze Zeit nachdem Fauchelevent den oberen Sargdeckel feſtgenagelt hatte, fühlte Jean Valjean, daß er aufgehoben wurde und dann, daß er fortrollte. An der Verminderung der Stöße erkannte er, daß man von dem Fflaſter auf den Erdweg kam, das heißt, das man die Straße verließ und die Boulevards erreichte. An einem dumpfen Geräuſch errieth er, daß man über die Auſterlitzbrücke fuhr. Bei dem erſten Halt begriff er, daß man den Kirchhof erreicht hatte, bei dem zweiten ſagte er zu ſich ſelbſt:„Wir ſind am Grabe!“
Plötzlich fühlte er, daß Hände den Sarg ergriffen und hörte dann ein dumpfes Rauſchen an den Brettern; er ſagte ſich, daß dies von dem Stricke herrührte, den man um den Sarg ſchlang, um ihn in das Grab hinabzulaſſen.
Jetzt hatte er eine Art von Betäubung.
Wahrſcheinlich hatte der Todtengräber und die Leichen⸗ gehülfen den Sarg ſchwanken laſſen und das Kopfende früher hinabgelaſſen als das Fußende. Er kam vollſtändig erſt wie⸗ der zu ſich, als er ſich wieder regungslos in horizontaler Lage fühlte. Er hatte den Boden berührt. Er empfand ein gewiſſes Fröſteln. Eine Stimme erhob ſich über ihn, feierlich und kalt, die ſo langſam tönte, daß er jedes Wort verſtehen konnte:
„Qui dormiunt in terrae pulvere, evigilabunt; alii in vitam aeternam, et alii in oppobrium, ut vide- ant semper.“
nied lich
wen nim lle hin
wi
we
ve


