ebe vor für ein,
Ar⸗ n.“ gen
der
iche
von
177
tirte. Und dann ſind wir zu nahe bei der Revolution von 89; das Schaffot, der Krieg mit Europa, Danton, Ro⸗ bespierre und Marat würden ihre erſchreckenden Geſpenſter in Bewegung ſetzen, und nicht ein ehrlicher Mann würde demjenigen folgen, welcher es wagte, die blutige Fahne der
Republik aufzupflanzen.“
„Aber,“ wandte Samuel ein,„mir ſchien, Sie ſeien min⸗ der ſtreng in Ihrer Geſchichte gegen die entſetzlichen Ge⸗ ſtalten und die furchtbaren Ereigniſſe von 93 geweſen, und Sie haben die Mehrzahl der Ausſchweifungen dieſer großen und unglücklichen Epoche, wenn nicht gelobt, doch ent⸗ ſchulvigt.“
„Ich habe die Leichenrede für die Todten gehalten,“ erwiederte der Geſchichtſchreiber,„doch ſie ſollen nicht auferſtehen.“
„Man erweckt nicht mehr vom Tode ſeit Lazarus,“ entgegnete Samuel„und ich glaube nicht an vie Geiſter. Es iſt gut für die Kinder, bange zu haben, Robespierre und Marat könnten aus ihrem Grabe hervorkommen. Sie ſind dort feſt eingeſchloſſen und werden den Stein nicht vor dem jüngſten Gerichte aufheben. Zittern wir alſo nicht, ſie an jeder Straßenecke erſcheinen zu ſehen. Es handelt ſich nicht um ſie, ſondern um die Principien, die ſie auf ihre Weiſe aufrecht erhalten haben,— eine blu⸗ tige, unbarmherzige Weiſe, ich vertheidige ſie nicht und gebe Ihnen ſogar zu, wenn Sie wollen, vaß ſie der Idee, der ſie zu dienen trachteten, eher geſchadet als ge⸗ nützt hat. Das Blut, das ſie vergoſſen, befleckt noch die Demokratie, und Sie ſehen, daß Sie ſelbſt, ein ſo freier Geiſt, nach vierzig Jahren, ſich noch nicht in die Repnb⸗ lik getrauen, aus Furcht, vieſe Leute darin zu treffen. Doch ich wiederhole Ihnen, ſie ſind todt, und zwar ſehr todt. Möglich in der Hitze des erſten Kampfes, hätten ihre Gewaltthaten heute mehr als das Entſetzliche des Verbrechens, ſie hätten das Lächerliche des Anachronismus.
Gott lenkt. M. 12


