Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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172 Er ſchwatzte bei jedem Anlaß von ſich, von dem Artikel, den er am Morgen in den National geſchrieben, von der Geſchichte, in welcher auf ſeinen Wuchs die hohen Ge⸗ ſtalten von 1789 reducirt hatte.

Das übrige Perſonal beſtand aus Zeitungsſchreibern, Manufacturiſten, Abgeordneten, insgeſammt der liberalen Meinung angehörend, die Einen von der revolutionären Fraction, deren Verwegenheit beinahe ſo weit ging, daß ſie vom Sturze des Königs träumte, um einen andern König an ſeine Stelle zu ſetzen; die Andern von der doctrinären Fraction, welche mit der Politik und nicht mit den Menſchen wechſeln wollte und nichts Anderes verlangte, als Karl X. zu behalten, unter der Bedingung, daß er ſein Princip nicht behielte.

Denn unter dieſen wilden Parteigängern der Freiheit war nicht Einer, der die Kühnhelt hatte, über die Charte hinauszu ſehen.

Nach dem Mahle ging man in den Garten.

Die laue Luft der Maiabende war erfüllt von den reizenden Wohlgerüchen, die der blühende Flieder aus⸗ ſtrömte.

Man hatte den Kaffee in einem Cabinet von grünem Laubwerk ſerbirt, wo die Lampen und Kerzen eine Art von Lichtinſel mitten in der Nacht bildeten, welche die Alleen badete.

Die Plauderei erhielt ſich noch einige Zeit in dieſen Allgemeinheiten, dann entfernten ſich allmälig die meiſten Gäſte und ſchlugen wieder den Weg nach Paris ein.

Als nur noch die Vertrauten und die Hauptführer, ſieben bis acht im Ganzen, blieben, ſchickte man die Be⸗ dienten weg, und das Geſpräch entſpann ſich über die Politik und über das Benehmen, das von der Oppoſition ſi Zeitungen und in den Kammern beobachtet werden ollte.

Es verſteht ſich von ſelbſt, daß Samuel Gelb ge⸗ blieben war.