Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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reißer vom Intereſſe, ein Verräther am Egoismus. Ach! ach! wenn Sie wüßten, wie Wenige es unter dieſen Zunft⸗ leuten und Advokaten gibt, welche etwas Anderes wün⸗ ſchen als ihren eigenen Einfluß! Ich habe Umgang mit ihnen gepflogen, und die Röthe iſt mir zu Geſichte geſtie⸗ gen. Sie fürchten mich und ſie vermeiden mich wie ihr Gewiſſen. Aber ich grolle ihnen nicht, daß ſie mich nicht lieben; ich gebe ihnen ihre Gleichgültigkeit zurück. Nicht für ſie arbeite ich.

Ich ſicherlich auch nicht, ſprach Samuel.Das Velk auch nicht. Laſſen wir ſie ihre kleinen unterirviſchen Intriguen anſpinnen; laſſen wir die Maulwürfe ihr Loch unter den wankenden Privilegien und unter den hinfälli⸗ gen Inſtitutionen der Vergangenheit machen; der Einſturz wird ſie zermalmen! Die Revolution, welche dieſe Men⸗ ſchen ohne Glauben und ohne Kraft vorbereiten, wird keine Mühe haben, mit ihren erbärmlichen Berechnungen fertig zu werden. Laſſen wir ſie die Schleuſe aufziehen, der Fluß wird ſie mit fortreißen.

Die Glocke ertönte, und man ging in einen unermeß⸗ lichen Speiſeſaal, der ganz von Lichtern und eiſelirtew Silbergeſchirr funkelte.

Das Diner war glänzend.

Eine Verſchwendung von ſeltenen Weinen, von un⸗ erhörten Fiſchen und chimäriſchen Früchten, Ungeheuer⸗ blumen in Ungeheuervaſen von Sovres und Japan, ein Volk von Bedienten und in einer Baumgruppe des Gar⸗ tens ein Orcheſter, deſſen Muſik in ungewiſſen Wogen und Stößen ankam, ſo daß ſie das Geſpräch begleitete, ohne es zu bedecken; Alles trug zur völligen Befriedigung der Sinne bei. Mit dem, was dieſes Feſt gekoſtet haben mochte, hätte man drei Familien ein Jahr lang ernährt.

Wer ſollte glauben, ſagte Samuel ſeinem Nach⸗ bar ins Ohr,wer ſollte glauben, daß wir im Begriff ſind, eine Demokratie zu gründen?

Während des Mahles waren zu viel offene Ohren