Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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um zwei Uhr war Friedrike noch nicht angekommen.

Um drei Uhr hielt es Julius nicht mehr aus.

Er ließ anſpannen, um in Enghien zu ſehen, was dort vorging. Doch eine Betrachtung hielt ihn zurück. Wenn er vahin fuhr, lief er Gefahr, ſich mit Friedrike zu kreuzen, ſie

nicht zu ſehen, und in Enghien gerade in dem Augenblick

anzukommen, wo ſie in Paris eintreffen würde. Friedrike wählte überdies nicht immer denſelben Weg, um zu kommen.

Das ſicherſte Mittel, um ſie nicht zu verfehlen, war alſo, zu bleiben und Jemand abzuſchicken.

Julius ſchickte ſeinen vertrauten Kammerdiener Da⸗ niel mit dem Befehle ab, die Pferde anzutreiben und vor zwei Stunden zurück zu ſein.

Der Diener war ungefähr ſeit einer Stunde wegge⸗ fahren, als Samuel ruhig und lächelnd eintrat.

Er bemerkte ſogleich das bange Ausſehen von Julius.

Was haſt Du denn? fragte er ihn.

Julius theilte ihm den unerklärlichen Verzug von Friedrike mit.

Darum,ſind Deine Seele und Dein Geſicht ſo ver⸗

ſtört? ſagte Samuel lachend.Ich wundere mich nicht über die Wirkung, welche ernſtere Dinge auf Dich machen.

Beruhige Dich, Friedrike wird durch eine Migräne, durch ein Kleid, das fie anzuprobiren hatte, durch Nichts auf⸗ gehalten worden ſein. Verlangſt Du nun nicht gar mili⸗ täriſche S

Spiegel vorübetgegangen ſein und darein ſchauend ſich ver⸗

geſſen haben wird? Ein ſchöner Gegenſtand der Beun⸗ ruhigung! Du würdeſt mich ſehr lachen machen, wenn ich Zeit dazu hätte! Abgeſehen hievon, geht es Dir gut?

Dann Adieu! Du verläſſeſt mich? ſagte Julius, der wohl gern Jemand hätte haben mögen, um ihm Geſellſchaft zu lei⸗

kelt von einem Mädchen, das an einem

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