Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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gegen ſich ſelbſt und ſagte ſich, es ſei Zeit, ein anderes Mittel zu gebrauchen und die unbeſchränkte, verſchwende⸗ riſche Güte zu verſuchen.

Durfte er ſich in ſeinem Alter und in ſeinem Zu⸗ ſtand, ein paar Schritte vom Grabe, für kaum einige Tage mit dieſer Wuth an eine irdiſche Leidenſchaft an⸗ klammern? Mußte er nicht die Eiferſucht den Jungen überlaſſen? Im Ganzen waren Lothario und Friebrike ergeben und edelmüthig. Es taugte mehr, Vertrauen zu haben. Und war es, ſelbſt wenn ſie das Vertrauen nicht zurückhielte, nichts für ihn, geliebt und geſegnet zu ſein während ſeiner letzten Wochen und lächelnde Geſichter um ſich zu ſehen2

Er ſagte ſich dies eines Morgens in einem jener Augenblicke der Müdigkeit, welche die Dauer jedes un⸗ nützen Kampfes hervorbringt, wobei man ſich grücigt fühlt, Alles hinzugeben, um den Frieden und die Ruhe zu haben. Ach! was man die Aufopferung nennt, iſt häufig nichts Anderes, als Schwäche und verkleidete Müdigkeit.

Julius war alſo entſchloſſen: er würde vieſe zwei Kinder frei laſſen, die er einander nicht gegeben hatte, um ſich ſodann zwiſchen ſie zu ſtellen. Er würde ſein Werk vervollſtändigen. Er würde ihnen ſagen: Ihr ſeid frei, und Ihr hängt nur von Euren Herzen und Eurer Redlichkeit ab; ich vertraue Euch, und ich erlaube Euch Alles, was Ihr Euch ſelbſt erlauben werdet. Gerade an dieſem Morgen ſollte Friedrike kommen, um mit Julius zu früh⸗

ſtücken. Es war zehn Uhr weniger fünf Minuten. Sie

ſollte auf den Schlag zehn Uhr kommen. Sie war ſo pünktlich! Es ſchlug zehn Uhr. Julius wartete fünf Minuten,

dann zehn, dann eine Viertelſtunde. Friedrike kam nicht.

Um halb elf Uhr war Friedrike nicht gekommen. Um elf Uhr eben ſo wenig. Um Mittag wartete Jullus noch guf ſie.

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