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Julius war alſo auf den ohnmächtigen, trägen Zweifel beſchränkt und Samuel erhielt ihn in einem Leben des Verdachts und der Traurigkeit.
Wenn zufällig Friedrike gerade während einer von dieſen Unterredungen ankam, wo Samuel die kranke Eiferſucht von Jullus ſtachelte und ihn, ohne ihm et⸗
was genau anzugeben, Alles vermuthen ließ, ſagte Samuel,
da er ſie aus dem Wagen ſteigen ſah, zu Julius:
„Auf! Friedrike kommt eben die Treppe herauf. Sprich Deinen Verdacht gegen ſie aus, ſo ſchmeichelhaft er für ſie iſt. Mache Dich verhaßt, lächerlich. Spiele Deine Rolle als Arnelphe und Bartholo. Du weißt, wie die Widerwärtigkeit und Heftigkeit Agnes und Roſine verführen.“
Julius concentrirte dann in ſich ſelbſt ſein ganzes Leiden und zeigte Friedrike nichts davon. Doch er konnte es nicht bis zur guten Laune bringen, und ſein Lächeln war eine Grimaſſe. Sein Hintergedanke entſchlüpfte ihm häufig. Er mochte ſich immerhin zu bezwingen ſuchen, er war nicht Herr über bittere Ausrufungen, welche Friedrike betrübten.
Sie fragte ihn, was er habe; er antwortete ihr barſch, er habe nichts.
Dann befragte ſie Samuel, der die Achſeln zuckte.
So verging ein Monat. Samuel ſchürte die Eifer⸗ ſucht von Julius immer mehr an, und dieſer wurde immer mürriſcher.
Stets mit einer eiſigen Zurückhaltung empfangen, war es bei Friedrike ſo weit gekommen, daß ſie vor den Beſuchen, welche ſie dem Grafen von Eberbach machte, bange hatte und nur mit gepreßtem Herzen bei ihm ein⸗ trat. Die Stellung fing an unhaltbar zu werden.
Julius bemerfte wohl, daß er gerade auf das Gegen⸗ theil von dem, was er wünſchte, hinarbeitete, und daß er ſich Friedrike jeden Tag mehr entfremde. Er kämpfte
Gott lenkt. m. 1¹


