Einzigen von Deinen Brüdern koſten wird. Du kannſt Friedrike in voller Sicherheit danken.“
„Das iſt mir lieb!“ ſagte Samuel nachdenkend. „Sprechen wir nun von Olympia. Iſt ſie abgereiſt 2 Haſt Du ſie wiedergeſehen2“
Julius that, als hätte er die Frage nicht gehört.
„Aber welch einen Engel verbargſt Du uns!“ rief er.„Wenn Du wüßteſt, wie Deine Friedrike reizend und gut geweſen iſt! Welch ein Schatz von Unſchuld, von Schoͤnheit und Anmuth iſt dieſes Mädchen!“
„Du findeſt?“ verſetzte Samuel mit ſeltſamem Tone,
„Dämon, in welchem Himmel haſt Du ein ſolches Geſchöpf gefunden?“ fuhr Julius fort.„Ich habe nie ſo ſehr an die Verwandtſchaft der Seelen geglaubt, als ſeit einer Stunde. Mir ſcheint, Friedrike iſt nicht für mich eine Bekanntſchaft von heute. Iſt das Erinnerung, iſt das Ahnung? Ihre Phyſiognomie, der Ton ihrer Stimme, Alles in ihr hat plötzlich in meinem Herzen Fibern in Bewegung geſetzt, die ich für todt hielt.“
„Wie Du entbrennſt!“ ſagte Samuel, welcher horchte und zugleich nachdachte;„Du ſprichſt von ihr wie ein Verliebter.“
„Verliebt!“ erwiederte Julius, den Kopf ſchüttelnd. „Du weißt wohl, daß dies weder dem Alter, noch dem Charakter mehr angemeſſen iſt, wie mir Beides das Le⸗ ben gemacht hat. Die Zeit iſt vorüber. Doch es gibt etwas Anderes als die Liebe: es gibt die tiefe, innige, ergebene Sympathie. Von allen Frauen, die ich kenne, iſt Friedrike ſicherlich diejenige, welche am beſten hei mir jenem Bedürfniſſe„ wie ſoll ich ſagen? väter⸗ licher Zuneigung! entſpricht, die in der Seele die er⸗ loſchene Liebe überlebt.“
„Neulich war es Olympia,“ ſagte Samuel.„Oh! die veränderliche Natur! Die Wetterfahne Deines Her⸗ zens dreht ſich bei jedem leichten Winde.“
„Nein,“ erwiederte Julius,„Olympia das war nicht
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