Rriſen.
Samuel und Lothario gaben einen Ausruf des Er⸗ ſtaunens von ſich, als ſie Friedrike erblickten.
„Sie hier!“ rief Samuel.
„Fräulein Friedrike!“ ſagte zu gleicher Zeit Lo⸗ thario.
„Ja,“ ſprach Julius,„Fräulein Friedrike, welche, von ihrem edlen Herzen angetrieben, ſich die Mühe ge⸗ macht hat, hierher zu kommen, um mir einen großen, wahren Dienſt zu leiſten.“
„Einen Dienſt?“ wiederholte Samuel, indem er Friedrike ganz zitternd anſchaute.„Welchen Dienſt 2 darf ich die Veranlaſſung dieſes Beſuches nicht erfahren? Ich glaubte nicht, daß Friedrike den Grafen von Eber⸗ bach kenne.“
„Wir kennen uns erſt ſeit einer Stunde,“ erwiederte Julius;„doch wir haben Bekanntſchaft gemacht, und nun ſind wir alte Freunde.“
„Das iſt eine ſehr raſch angeknüpfte Freundſchaft,“ ſagte Samuel, ſeinen tiefen Blick auf Julius heftend.
„Die ſich aber in meinem Herzen wenigſtens nicht ſo leicht löſen und mich verpflichtet halten wird, ſo lange mein Leben vauert Es iſt wahr, das wird ohne Zweifel nicht lange ſein.“
Ein ſeltſamer Blitz zuckte in den Augen von Sa⸗
muel. Dieſer Improvifator des Böſen faßte raſch einen Gedanken.
Cott lenkt. m. 1


