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„Sire,“ ſagte Lamartinisre zu ihm,„da Eure Ma⸗ jeſtät nicht mehr trinkt, da Eure Majeſtät nicht mehr ißt, da Eure Majeſtät nicht mehr ſich beluſtigt, was gedenkt ſie denn zu thun?“
„Ah! mein lieber Lamartinidre,“ erwiederte der König,„was mir am Unterhaltendſten außer dem Allem erſcheinen wird.“
„Ich fenne nicht viel Neues von Bedeutung, was Eurer Majeſtät zu bieten wäre. Eure Majeſtät hat den Krieg mitgemacht, Eure Majeſtät hat es verſucht, die Ge⸗ lehrten und die Künſtler zu lieben. Eure Majeſtät hat die Frauen und den Champagner⸗Wein geliebt. Wenn man aber den Ruhm, die Schmeicheleien, die Liehe und den Wein befühlt hat, ſo betheure ich Eurer Majeſtät, daß ich vergebens eine Muskel, ein Fleiſch, einen Ner⸗ venknoten ſuche, der mir die Eriſtenz eines anderen na⸗ türlichen Geſchicks zu einer neuen Zerſtreuung enthüllen würde.“
„Ah! ah!“ machte der König,„wahrhaftig? Sie glauben?“
„Sire, bedenken Sie wohl, Sardanapal war ein
ſehr verſtändiger König, beinahe ſo verſtändig, als Eure
Majeſtät, obgleich er ungefähr zwei tauſend Jahre vor ihr lebte. Er liebte das Lehen und beſchäftigte ſich viel mit der guten Anwendung besſelben. Ich glaube zu wiſſen, daß er ängſilich die Mittel aufſuchte, den Körper und den Geiſt in Entdeckung, der am min⸗ deſten bekannten Vergnügungen zu üben. Nun wohl! nirgends bin ich von den Geſchichtſchreibern belehrt worden, er habe etwas Anderes gefunden, als was Sie ſelbſt gefunden.“
„Potz tauſend! Lamartinidre!“
„Ich nehme den Champagner⸗Wein aus, den Sar⸗ danapal nicht kannte; er hatte im Gegentheil zum Ge⸗
tränke dicke, ſchwere, teigige Weine von Kleinaſien
dieſe flüſſigen Flammen, die vom Fleiſch der Trauben
ren


