Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1850)
Entstehung
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Er rief den Sacriſtan und befragte ihn.

Das Gemälde war das Werk von Anna von Niebla ſelbſt; ſie hatte ſich auf den Knieen und im Gebet dargeſtellt, nach der Gewohnheit der Zeit, welche beinahe immer für die Schenkerin einen demüthigen Platz auf der geheiligten Leinwand forderte.

Die Stunde, ſich zu entfernen, war gekommen; auf die Ermahnung des Sarriſtan verneigte ſich Don Bernardo und ging weg.

Es war ein Gedanke in ihm entſtanden: der, ſich, um welchen Preis es auch ſein möchte, das Gemälde zu verſchaffen.

Aber alle Vorſchläge, die er dem Kapitel des Klo⸗ ſters machte oder machen ließ, wurden zurückgewieſen; man erwiederte ihm, was geſchenkt worden ſei, werde nicht verkauft.

Don Bernardo ſchwur, er würde dieſes Gemälde beſitzen. Er raffte alles Geld zuſammen, das er ſich verſchaffen konnte, ungefähr zwanzigtauſend Reale, mehr als der wirkliche Werth des Gemäldes, und be⸗ ſchloß, am erſten Sonntag, der kommen würde, mit aller Welt in die Kirche einzutreten, wie er dies ſchon gethan, ſich in einem Winkel verborgen zu halten, in der Nacht die Leinwand loszumachen, dieſe um ſeinen Leib zu wickeln und die zwanzigtauſend Reale auf dem Altar zurückzulaſſen, von dem er das Bild genommen.

Was das Entkommen aus der Kirche betrifft, ſo hatte er bemerkt, daß die Fenſter höchſtens zwölf Fuß hoch vom Boden waren, und daß ſie auf den Friedhof gingen; er würde die Stühle aufeinander ſtellen und leicht aus der Kirche durch eines der Fenſter hinaus⸗ ſpringen.

Dann würde er in das Schloß mit ſeinem Schatze zurückeilen, es prächtig einrahmen laſſen, dem Portrait von Anna von Niebla gegenüber aufhängen, und ſein ſu in dieſem Zimmer zubringen, das ſein Leben ent⸗ ielte.