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„Ja, ein Grund mehr, daß ich Edouard be⸗ ſuche.“
„Was haben Sie noch?“
„Einen Plan.“
„Sie werden mir ihn mittheilen?“
„Wahrhaftig, nein; meine Pläne ſchlagen nicht ſonderlich gut für Sie aus.“
„Indeſſen begreifen Sie, lieber Roland, wenn es eine Revanche zu nehmen gälte?“
„Nun, ſo werde ich ſie für uns beide nehmen; Sie ſind verliebt, mein lieber Lord, leben Sie in Ih⸗ rer Liebe.“
„Sie verſprechen mir alſo Ihre Unterſtützung?“
„Das iſt abgemacht; ich habe das größte Ver⸗ langen, Sie meinen Bruder zu nennen.“
„Sind Sie müde, mich Ihren Freund zu hei⸗ ßen?“
„Wahrlich, ja; es iſt zu wenig.“
„Ich danke.“
Und beide ſchüttelten ſich die Hände und ſchieden.
Eine Viertelſtunde ſpäter war Roland im fran⸗ zöſiſchen Prytaneum, welches ſich da befand, wo jetzt das Lyceum Ludwigs des Großen liegt, das heißt oben an der Rue Saint Jacques, hinter der Sor⸗ bonne.
Beim erſten Wort, das ihm der Director des Inſtituts geſagt, ſah Roland, daß ſein jüngerer Bru⸗ der ganz beſonders empfohlen worden.
Man ließ den Knaben kommen.
Edouard warf ſich mit jener anbetenden Vereh⸗ rung, die er für ſeinen größeren Bruder beſaß, in die Arme deſſelben.
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