Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Mein Freund, mein Freund, vollenden Sie.

Nun gut, ich ſagte, Mylord, ſollte ich ſo glück⸗ lich ſein, daß Ihre Herrlichkeit meiner Schweſter die Ehre erweiſen, in ſie verliebt zu ſein?

Sir John ſtieß einen Freudenſchrei aus und mit einer ſo raſchen Bewegung, wie man dieſen phleg⸗ matiſchen Menſchen ihrer gar nicht für fähig gehal⸗ ten, ſtürzte er in die Arme Rolands.

Ihre Schweſter iſt ein Engel, mein lieber Ro⸗ land, rief er,und ich liebe ſie von ganzer Seele!

Sie ſind vollkommen frei, Mylord?

Vollkommen; ſeit zwölf Jahren, wie ich Ihnen ſagte, bin ich im Beſitze meines Vermögens und dieſes Vermögen beſteht in fünfundzwanzigtauſend Pfund Sterling jährlicher Einkünfte.

Das iſt viel zu viel, mein Lieber, für meine Familie, die Ihnen nur fünfzigtauſend Franken zu bieten hat.

O, machte der Engländer, mit jenem nationalen Accente, den er bisweilen in großen Aufregungen traf,wenn man ſich des Vermögens entſchlagen muß, wird man es thun.

Nein, ſagte Roland lachend,das iſt un⸗ nöthig; Sie ſind reich, das iſt ein Unglück; aber was da machen? RNein, davon iſt nicht die Frage. Sie lieben meine Schweſter?

Ich bete ſie an.

Aber ſie, verſetzte Roland,liebt Sie meine Schweſter?

Sie begreifen wohl, verſetzte Sir John,daß ich ſie nicht gefragt; ich mußte mich, mein lieber Roland, vor allen Dingen an Sie wenden, und wenn