Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Glas Wein: jeder von uns trinkt auf das, was er liebt, was er bedauert, auf Erden zurücklaſſen zu müſſen, was er hofft, im Himmel wiederzuſehen.“

Dann nahm er die Flaſche und das einzige Glas, leerte es zur Hälfte und bot es Roland⸗

„Wir haben nur ein Glas, Hert von Montrevel, trinken Sie zuerſt.“

„Warum zuerſt?“

„Weil Sie erſtens mein Gaſt ſind, und dann, weil es ein Sprüchwort gibt, welches ſagt, daß der, welcher nach einem Andern trinkt, ſeine Gedanken weiß.“

Dann fügte er lachend hinzu:

„Ich möchte Ihre Gedanken wiſſen, Herr von Montrevel.“

Roland leerte das Glas und gab das leere Glas Cadoudal zurück.

Cadoudal goß das Glas, wie er für Roland ge⸗ than, halb voll und leerte es wieder.

„Nun,“ fragte Roland,„wiſſen Sie meine Ge⸗ danken, General?“

„Nein,“ ſagte dieſer,„das Sprüchwort iſt falſch.“

„Gut,“ ſagte Roland mit ſeiner gewöhnlichen Vertraulichkeit,„mein Gedanke iſt, daß Sie ein ta⸗ pferer Mann ſind, General, und daß ich mich geehrt fühlen werde, wenn Sie mir im Augenblick, wo Einer gegen den Andern kämpft, die Hand reichen wollen.“

Die beiden jungen Männer reichten und drückten ſich die Hand weit mehr wie zwei Freunde, die für lange Zeit von einander ſcheiden, als wie zwei