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und ſich nach und nach den Grenzen nähert, die für ihn die Nacht vom Tage ſcheiden; er ſucht ſich Rechen⸗ ſchaft zu geben, ob er auf dem Boden der Phantaſie oder der Wirklichkeit geht, und je mehr er in die Finſterniß ſeines Gehirnes dringt, deſto mehr ver⸗ tieft er ſich in den Zweifel.
Es exiſtirte ein Mann, für welchen Roland eine beinahe göttliche Verehrung beſaß; gewöhnt, in der glorreichen Atmoſphäre zu leben, die dieſen Mann umgab, gewöhnt, die Andern ſeinem Befehle gehor⸗ chen zu ſehen und ihnen ſelbſt mit einer beinahe orientaliſchen Dienſtfertigkeit und Selbſtverleugnung zu gehorchen, ſchien es ihm befremdend, an den bei⸗ den äußerſten Enden Frankreichs zwei Mächte zu ſehen, welche jener Macht feindlich waren, und gegen ſie zu kämpfen bereit ſtanden. Man denke ſich einen jener Juden von Judas Maccabäus, einen Verehrer Jehovas, den er ſeit früheſter Kindheit den König der Könige, den ſtarken Gott, den Gott der Rache, den Gott der Heerſchaaren, den Ewigen hatte nennen hören, und der nun plötzlich auf den geheimnißvollen Oſiris der Egypter oder den blitzeſchleudernden Jupiter der Griechen ſtieß.
Seine Abenteuer in Avignon und Bourg mit Morgan und ſeinen Genoſſen Jehu, ſeine Abenteuer
im Flecken Muzillac und dem Dorfe La Trinité mit Cadoudal und ſeinen Chouans erſchienen ihm wie
eine ſeltſame Einweihung in eine unbekannte Reli⸗ gion: aber wie jene muthigen Neubekehrten, welche den Tod wagten, um das Geheimniß der Einweihung
kennen zu lernen, war er entſchloſſen, das Aeußerſte zu wagen.


