162 über dies ausgeſprochene Urtheil, als auch über den Vollzug deſſelben.
Er blieb einen Augenblick in Nachdenken ver⸗ ſunken.
„Und Sie glauben das Recht zu haben, dieſen Menſchen zu richten und zu verurtheilen, ſei er nun ſchuldig oder nicht?“
„Jo, denn dieſer Menſch hat nicht nur Schuldige, ſondern auch Unſchuldige gerichtet und verurtheilt.“
„Wenn ich Ihnen ſagte: Ich werde bei meiner Zurückkunft nach Paris verlangen, daß dieſer Menſch in Anklageſtand verſetzt und gerichtet werde, ſchenk⸗ ten Sie in ſolchem Falle meinen Worten Glauben?“
„Ich würde Ihren Worten Glauben ſchenken; aber ich würde Ihnen auch ſagen: Ein wüthendes Thier bricht aus ſeinem Käfig, ein Mörder bricht aus ſeinem Gefängniß, die Menſchen ſind Menſchen, dem Irrthum unterworfen. Sie haben bisweilen Unſchuldige verurtheilt, ſie können einen Schuldigen ſchonen. Meine Juſtiz iſt ſicherer als die Ihrige, Overſt; denn es iſt die Juſtiz Gottes. Dieſer Menſch wird ſterbén.“
„Und mit welchem Rechte ſagen Sie, Ihre Juſtiz, die Juſtiz eines Menſchen, der wie alle Uebrigen dem Irrthum unterworfen iſt, ſei die Juſtiz Gottes?“
„Weil ich Gott bei meinem Urtheile zugezogen. O, er iſt nicht erſt ſeit geſtern verurtheilt.“
„Wie das?“
„Inmitten eines Sturmes, als der Donner un⸗
aufhörlich grollte und die Blitze von Minute zu Minute leuchteten, hob ich die Hände zum Himmel empor und ſagte zu Gott: Mein Gott, Du deſſen
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