Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Bretagne, alſo ſeit ſechs Jahren war dieſer Millière immer und überall einer der thätigſten Agenten der Schreckensherrſchaft; für ihn hat dieſe mit Robes⸗ pierre nicht aufgehört. Indem er ſich ſelbſt zum Denuncianten bei den höheren Behörden machte oder Denunciationen annahm, ließ er die bretagner und vendéer Soldaten, ihre Eltern, ihre Freunde, ihre Brüder, ihre Schweſtern, ihre Frauen, ihre Töchter, bis herab zu den Verwundeten und Sterbenden, alle ohne Urtheil erſchießen und guillotiniren. In Dau⸗ meray zum Beiſpiel hinterließ er eine Blutſpur, die noch nicht verwiſcht iſt und niemals verwiſcht wer⸗ den wird; mehr als achtzig Bewohner wurden vor ſeinen Augen erwürgt, Söhne in den Armen ihrer Mütter erſchlagen, die bis jetzt vergeblich ihre bluti⸗ gen Arme zum Himmel gehoben. Die Pacifikationen der Vendée und der Bretagne haben dieſen Mord⸗ durſt, der in ſeinen Eingeweiden glüht, noch nicht gelöſcht. Im Jahre 1800 iſt er derſelbe noch wie 1793. Und dieſen Menſchen.

Roland betrachtete den General.

Dieſen Menſchen, fuhr Georges mit der größ⸗ ten Ruhe fort,habe ich verurtheilt, da ich ſah, daß die Geſellſchaft ihn nicht verurtheilte; dieſer Menſch muß ſterben.

Wie, er wird ſterben, in La Roche⸗Bernard, inmitten der Republikaner, trotz ſeiner Wache von Meuchelmördern, trotz ſeiner Eskorte von Henkern?

Seine Stunde hat geſchlagen, er muß ſterben.

Cadoudal ſprach dieſe Worte mit einer ſolchen Feierlichkeit, daß Roland kein Zweifel blieb, ſowohl

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Dumas, Jehu. II. 1