12¹
„Warum? Sage mir doch warum? Ah! Mutter, ich begreife.“
„Nein, nein!“ ſagte Frau von Montrevel,„Du begreifſt nicht.“
„Dieſe Herren ſind Diebe.“
„Hüte Dich, das laut zu ſagen.“
„Wie, das wären keine Diebe? Sie nehmen ja dem Conducteur das Geld.“
In der That legte auch wirklich einer auf dem Kreuze ſeines Pferdes die Geldſäcke zurecht, welche ihm der Conducteur von der Imperiale herab⸗ warf.
„Nein,“ ſagte Frau von Montrevel,„nein, es ſind keine Diebe.“
Dann die Stimme dämpfend, fügte ſie hinzu:
„Es ſind Genoſſen Jehus.“
„Ah!“ ſagte der Knabe,„das ſind alſo die, welche meinen Freund Sir John meuchlings ermor⸗ den wollten.“
Und der Knabe wurde nun ebenfalls leichenblaß und ſein Athem begann zwiſchen den feſtgeſchloſſenen Zähnen zu pfeifen.
In dieſem Augenblicke öffnete einer der maskir⸗ ten Männer den Schlag des Coupé und ſagte mit der ausgeſuchteſten Höflichkeit:
„Frau Gräfin, zu unſerem großen Bedauern ſind wir genöthigt, Sie zu derangiren; aber wir oder vielmehr der Conducteur hat in den Truhen ſeines Coupé zu thun; haben Sie daher die Güte, einen Augenblick auszuſteigen; Jerome wird die Sache ſo raſch als möglich beſorgen.“


