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„So, General, Sie wollen mich nach der Vendée ſchicken und gehen ſelbſt nach Italien.“
„Nein, ſei ruhig.“
„Gut, ich ſage Ihnen zum Voraus, daß ich in ſolchem Falle deſertire und zu Ihnen ſtoße.“
„Ich erlaube es Dir; aber wir wollen auf Melas zurückkommen.“
„Verzeihung, General, aber wir ſprechen zum erſten Male davon.“
„Ja, aber ich denke ſchon lange daran. Weißt Du, wo ich Melas ſchlage.“
„Zum Teufel, ja!“
„Wo?“
„Wo Sie ihn treffen.“
Bonaparte begann zu lachen.
„Pinſel!“ ſagte er im Ton der intimſten Ver⸗ traulichkeit.
Dann auf die Karte niederkniend, ſagte er zu Roland:
„Komme hierher.“
Roland kniete neben ihn.
„Sieh,“ ſagte er,„hier ſchlage ich ihn.“
„Bei Alexandrien?“
„Zwei bis drei Meilen davon. Er hat bei Aleſ⸗ ſandria ſeine Magazine, ſeine Hoſpitäler, ſeine Ar⸗ tillerie, ſeine Reſerven; er wird ſich nicht entfernen. Ich muß einen großen Schlag thun, ſonſt bekomme ich keinen Frieden. Ich gehe über die Alpen,— er ſtieg den großen St. Bernhard hinauf— ich über⸗ falle Melas in dem Augenblick, wo er es am wenig⸗ ſten erwartet und ſchlage ihn aufs Haupt.“
„O, ich verlaſſe mich darin ganz auf Sie.“


