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„Haſt Du dagegen auch Einwände zu machen, wie gegen das Heirathen?“ „Keineswegs.“
„Nun, dann gehſt Du alſo nach der Vendée!“
„Wann das?“
„Es hat keine Eile und wenn Du nur morgen früh gehſt...“
„Gut; früher, wenn Sie wollen; ſagen Sie mir, was ich dort thun ſoll.“
„Etwas von der höchſten Wichtigkeit, Roland.“
„Teufel! es iſt doch hoffentlich keine diplomatiſche Miſſion.“
„Allerdings, es iſt eine diplomatiſche Miſſion, für welche ich einen Menſchen brauche, der kein Diplomat iſt.“
„O General, ich ſtehe ganz zu Dienſten. Nur, begreifen Sie, je weniger ich Diplomat bin, deſto mehr brauche ich genaue Inſtructionen.“
„Ich werde ſie Dir auch geben. Sieh, dieſe Karte.“
Dabei zeigte er dem jungen Manne eine große Karte von Piemont, welche auf dem Boden ausge⸗ breitet lag und von einer am Plafond hängenden Lampe erhellt war.
„Ja, ich ſehe ſie,“ antwortete Roland, gewöhnt, dem General in allen unerwarteten Sprüngen ſeines Genies zu folgen;„das iſt eine Karte von Piemont.“
„Ja, das iſt eine Karte von Piemont.“
„Es handelt ſich alſo um Italien.“
„Es handelt ſich immer um Italien.“
„Ich glaubte, es handle ſich um die Vendée.“
„In zweiter Linie.“
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