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für alles, was meine Freunde berührt; Du hätteſt mich um Etwas für Deinen Bruder bitten ſollen.“
„Was General?“
„Seine Aufnahme in ein College von Paris.“
„O, Sie haben genug Bittſteller um ſich, daß ich nicht auch noch die Zahl derſelben vermehren will.“
„Du hörſt, er muß in ein Pariſer College ein⸗ treten; wenn er das Alter hat, werde ich ihn in die Militärſchule oder eine andere Schule, die ich bis dahin gründe, ſchicken.“
„Meiner Treu, General,“ antwortete Roland; „eben jetzt, als hätte ich Ihre guten Abſichten in Beziehung auf ihn geahnt, iſt er auf dem Wege oder bereit, ſich auf den Weg zu machen.“
„Wie das?“
„Ich ſchrieb vor drei Tagen meiner Mutter, daß ſie den Knaben nach Paris bringe; ich wollte ihm ein College wählen, ohne Ihnen etwas davon zu ſagen, und wenn er das Alter hätte, Ihnen von ihm ſprechen, vorausgeſetzt, daß meine Pulsadergeſchwulſt mich noch nicht von der Erde genommen. Aber in dieſem Falle... In dieſem Falle hätte ich Ihnen ein Teſtament hinterlaſſen, das Ihnen die Mutter, den Sohn und die Tochter, kurz den ganzen Anhang,, empfohlen.“
„Wie, die Tochter?“
„Ja, meine Schweſter.“
„Du haſt alſo auch eine Schweſter?“
„Gewiß.“
„Wie alt?“
„Siebenzehn Jahre.“


