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gaben; da jedoch im Ganzen genommen die während der drei letzten Jahre Guillotinirten die anderen Opfer an Zahl überwogen, ſo war auch die Tracht, welche die Majorität bildete, die Tracht der Opfer des Schaffots.
So trug der größte Theil der jungen Mädchen, deren Mütter und Schweſtern unter der Hand des Henkers gefallen waren, die Kleidung, welche ihre Mütter oder Schweſtern bei dem Gang zum Tode ge⸗ tragen, das heißt, einen weißen Rock, ein rothes Halstuch und die Haare rund am Halſe abge⸗ ſchnitten.
Einige hatten, um dieſer bereits ſehr charakteriſti⸗ ſchen Kleidung noch eine bezeichnendere Einzelnheit hinzuzufügen, einen Faden von rother Seide, fein wie die Schheide eines Raſirmeſſers, um den Hals geſchlungen, welcher wie bei Gretchen im Fauſt am Sabbat die Stelle bezeichnete, wo das Meſſer zwi⸗ e der Beugemuskel und dem Schlüſſelbein durch⸗
nitt.
Die Männer, die ſich im gleichen Falle befanden, hatten den Kragen ihres Frackes zurückgeſchlagen, ihren Hemdkragen frei herabfallen laſſen und trugen den Hals nackt, die Haare kurz abgeſchnitten.
Aber viele hatten andere Rechte, den Ballſaal zu betreten, als daß ſie Opfer in ihrer Familie be⸗ ſaßen, viele hatten ſelbſt Opfer gemacht.
Dieſe machten mehrere Rechtsanſprüche geltend.
Es waren Männer von vierzig bis fünfundvier⸗ zig Jahren zugegen, welche in den Boudoirs der ſchönen Courtifanen des achtzehnten Jahrhunderts erzogen worden, die Madame Dubarry in den Man⸗


