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würde, es zu leſen; ich würde ſagen, das iſt die Sache des Greffier, jedem das Seine. Herr Roland, ich friere in den Füßen, ich werde ſie mir in Ihrer Abweſenheit wärmen, indem ich mich in Ihren Fau⸗ teuil ſetze; Sie werden mich bei Ihrer Rückkehr am gleichen Flecke treffen.“
„Gut, mein Herr,“ ſagte Roland, und trat bei dem erſten Conſul ein.
Bonaparte unterhielt ſich mit General Hedou⸗ ville, dem Obercommandanten der Truppen in der
Vendée.
Als er die Thüre ſich öffnen hörte, kehrte er ſich ungeduldig um:
„Ich hatte zu Bourrienne geſagt, daß ich für Nie⸗ manden da ſei.“
„Das hat er mir auch geſagt, als ich durch das Vorzimmer ging, General: aber ich ſagte ihm, daß ich nicht„Niemand“ bin.“
„Du haſt Recht; was willſt Du? ſprich raſch.“
„Er iſt bei mir.“
„Wer?“
„Der Mann von Avignon.“
„Ah, und was will er?“
„Sie ſehen.“
„Mich ſehen?“
„Ja, Sie, General, das ſetzt Sie in Erſtaunen?“
„Nein, aber was kann er mir zu ſagen haben?“
„Er wollte es mir durchaus nicht mittheilen. Aber ich möchte zu verſichern wagen, daß er weder ein Zudringlicher, noch ein Narr iſt.“
„Nein, aber vielleicht ein Meuchelmörder.“
Roland ſchüttelte den Kopf.


