„Für wen denn?“ „Nun für die Dame Polizei; glauben Sie, daß
ich Luſt habe, mich durch den Eitoyen Fvuché feſt⸗
nehmen zu laſſen, ohne vorher dem erſten ſeiner Sbirren, der ſeine Hand an mich legt, den Bart etwas zu verbrennen?“
„Sie glauben alſo, nachdem Sie bei mir ſind, nichts mehr zu fürchten zu haben?“
„Nein,“ ſagte der junge Mann,„weil ich Ihr Ehrenwort habe.“
„Warum nehmen Sie denn nicht auch Ihre Maske ab?“
„Weil mein Geſicht nur zur Hälfte mir gehört. Die andere Hälfte gehört meinen Genoſſen. Wer weiß, ob nicht ein einziger von uns, der erkannt würde, die andern auf die Guillotine brächte? Denn Sie können ſich denken, Oberſt, daß dies das Spiel iſt, das wir ſpielen.“
„Warum ſpielen Sie es denn?“
„Das iſt eine hübſche Frage! warum gehen Sie in die Schlacht, wo eine Flintenkugel Ihnen die Bruſt durchbohren oder eine Kanonenkugel Ihnen den Kopf abreißen kann?“
„Das iſt ein großer Unterſchied, darf ich Ihnen wohl ſagen: auf einem Schlachtfelde riskire ich einen ehrenhaften Tod.“
„Glauben Sie etwa, daß ich mich an dem Tage, wo mir der revolutionäre Triangel den Hals durch⸗ ſchneidet, für entehrt halte? durchaus nicht; ich habe ſogar die Anmaßung, ein Soldat wie Sie zu ſein, nur können nicht alle ihrer Sache auf die gleiche Weiſe dienen: jede Religion hat ihre Helden und
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