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Roland beſann ſich, wo der Anführer der Ge⸗ noſſen Jehus ſeine Stimme gehört haben könnte.
Dieſer aber ſagte heiter:
„Oberſt, iſt das ein Grund, weil ich Ihre Stimme nicht kenne, daß wir an dieſer Thüre ſtehen bleiben?“
„Nein,“ ſagte Roland;„nehmen Sie mich am Schooß meines Frackes und folgen Sie mir, ich habe abſichtlich verboten, daß man die Treppe und den Corridor beleuchte, die in mein Zimmer führen.“
„Ich bin Ihnen für die Abſicht dankbar, aber im Beſitze Ihres Ehrenwortes würde ich den Palaſt von einem Ende zum andern durchſchreiten, und wäre er à Liorno beleuchtet, wie die Italiener ſagen.“
„Sie haben es,“ antwortete Roland;„ſo ſteigen Sie alſo kühn hinan.“
Morgan brauchte nicht ermuthigt zu werden; er folgte kühn ſeinem Führer.
Oben auf der Treppe ſchlug dieſer den Weg in einen Corridor ein, der ebenſo düſter, als die Treppe war, machte zwanzig Schritte, öffnete eine Thüre und befand ſich in ſeinem Zimmer.
Morgan folgte ihm dahin.
Das Zimmer war beleuchtet: aber nur durch zwei Lichter.
Als er eingetreten, warf Morgan ſeinen Mantel zurück und legte ſeine Piſtolen auf den Tiſch.
„Was thun Sie?“ fragte Roland.
„Nun, mit Ihrer Erlaubniß,“ ſagte er heiter zu ſeinem Mitunterredner,„ich mache mir's bequem.“
„Aber die Piſtolen, deren Sie ſich entledigen!“
„Ah ja! glauben Sie, daß ich ſie für Sie mit⸗ genommen?“


