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Roland, da er in ſeiner Eigenſchaft als Gouverneur des Schloſſes Luxembvurg ſeine Morgencorreſpondenz öffnete, mitten unter fünfzig andern Bitten um Au⸗ dienz folgenden Brief:
„Herr Gouverneur!
„Ich kenne Ihre Loyalität und Sie ſollen ſehen, daß ich ſie zu würdigen weiß.
„Ich muß fünf Minuten mit Ihnen ſprechen, während dieſer fünf Minuten werde ich maskirt bleiben.
„Ich habe eine Bitte an Sie zu richten.
„Dieſe Bitte werden Sie mir gewähren oder ab⸗ ſchlagen; in dem einen und andern Fall fordere ich, da ich den Palaſt des Luxembourg nur im Intereſſe des erſten Conſuls Bonaparte und der royaliſtiſchen Sache betrete, der ich diene, Ihr Ehrenwort, daß Sie mich ungehindert fortgehen laſſen werden, wie Sie mich eintreten ließen. Wenn ich morgen Abend um ſieben Uhr ein einzelnes Licht an dem Fenſter
über der Uhr brennen ſehe, ſo hat mir der Oberſt
Roland von Montrevel ſein Ehrenwort gegeben, und ich werde an der kleinen Thüre des linken Flügels des Palaſtes erſcheinen, welche in den Garten führt.
„Ich werde dreimal in Zwiſchenräumen, wie die Freimaurer, pochen.
„Damit Sie zum Voraus wiſſen, wem Sie Ihr Wort geben oder verweigern, ſo zeichne ich mit einem Namen, der Ihnen bekannt iſt, da dieſer Name be⸗ reits unter Umſtänden, die Sie wahrſcheinlich nicht vergeſſen haben, vor Ihnen ausgeſprochen wurde.
„Morgan, „Anführer der Genoſſen Jehu.“ 4
Dumas, Jehu..


