Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Bedürfniß, leiſe und ernſt zu ſprechen, das ſich an gewiſſe Localitäten knüpft, gefühlt, nur ſolche werden begreifen können, welchen ſeltſamen Eindruck dieſe ſpöttiſche und abgebrochene Stimme, die die Einſam⸗ keit und Dunkelheit ſtörte, auf denjenigen hervorge⸗ bracht haben müßte, der ſie gehört. Sie vibrirte einen Augenblick in der Dunkelheit, die ſie gewiſſer⸗ maßen erzittern machte; dann erloſch und erſtarb ſie ohne Echo, durch alle Oeffnungen entfliehend, welche die Flügel der Zeit auf ihrem Fluge in dem Saale gemacht.

Wie er erwartet, gewöhnten ſich Rolands Augen raſch an die Dunkelheit und jetzt, Dank dem blaſſen Licht des Mondes, der ſo eben aufſtieg und in lan⸗ gen weißlichen Strahlen durch die zerbrochenen Fen⸗ ſter in das Refectorium ſchien, konnte er in dem großen Zimmer von einem Ende zum andern ſehen.

Obgleich Roland offenbar weder innerlich noch äußerlich Furcht hatte, war er doch nicht ohne Vor⸗ ſicht und ſein Ohr vernahm das leiſeſte Geräuſch.

Er hörte Halb ſchlagen.

Unwillkürlich machte ihn der Schlag zittern; er kam aus der Kirche des Kloſters ſelbſt.

Wie war in dieſer Ruine, wo alles todt, die Uhr, dieſer Puls der Zeit, lebendig geblieben?

O, o! murmelte Roland,das ſagt mir deut⸗ lich, daß ich etwas zu ſehen bekommen werde.

Dieſe Worte waren beinahe ein Beiſeite; die Mejeſtät des Ortes und die Stille wirkten ganz wunderbar auf das verſteinerte Erzherz, das beinahe ebenſo hart, als das, welches ihm dieſe Mahnung der Zeit an die Ewigkeit zugeſandt.