Die Angen Jacob's blitzten und ſeine Wangen roͤtheten ſich ſieberhaft.
Man ſah allmaͤlig die Kloſtermaske des Borromaͤus fallen, der mit dem Fleuret in der Hand, hingeriſſen von
der Kampfesluſt, ſich in einen Kriegsmann verwandelte.
Jeden Stoß verband er mit einer Ermahnung, einem guten Rathe oder einem Tadel; oftmals aber triumphirten die Kraft und Behendigkeit Jacob's uͤber die Vorzuge ſeines Lehrers und Bruder Borromaͤus erhielt manchen tüchtigen Stoß mitten auf die Bruſt.
Chicot wendete die Augen von dieſem Schauſpiele nicht ab und zaͤhlte die Stoͤße, welche ſaßen.
Als die beiden Fechter die erſte Pauſe eintreten ließen, ſagte er:„Jacob hat ſechsmal, Bruder Borromaͤus neun⸗ mal touchirt; das iſt viel fuͤr einen Schuͤler, fuͤr einen Meiſter aber nicht genug.“
In den Augen des Bruders Borromaͤus leuchtete Al⸗ len, mit Ausnahme Chicot's, unbemerkt, ein Blitz, der einen neuen Charakterzug verrieth.
„Gut“, dachte Chicot,„er iſt ſtolz.“
„Herr“, ſagte Borromaͤus in einem Tone, den er mit Muͤhe freundlich und ſanft klingen laſſen konnte,„die Hand⸗ habung der Waffen iſt fur Jedermann beſchwerlich, nament⸗ lich aber fuͤr arme Moͤnche wie wir ſind.“
„Gleichviel“, entgegnete Chicot, der entſchloſſen war Borromaͤus ſo ſehr als moͤglich zu draͤngen,„der Meiſter darf nicht blos weniger als die Haͤlfte im Vortheil gegen ſeinen Zoͤgling ſein.“
„Ihr ſcheint ſehr beſtimmt in Euern Meinungen zu


