326
Streich geführt; ſein Degen war tief in die Bruſt ge⸗ drungen.
„Ah, Ventre⸗ſaint⸗gris!“ rief d'Artagnan, in⸗ dem er zu ſpät ſeinen Streich zurückzuhalten ſuchte,„was Teufels, machet Ihr hier, Graf?“
„Ich mußte mein Geſchick in Erfüllung brin⸗ gen,“ erwiederte Rochefort, auf ein Knie fallend; „ich habe mich bereits von dreien Eurer Schwert⸗ ſtreiche erhoben; von dem vierten aber werde ich mich nicht erheben.“
„Graf,“ ſagte d'Artagnan, mit einer gewiſſen Rührung,„ich habe geſchlagen, ohne zu wiſſen, daß Ihr es waret. Es wäre mir ſehr leid, wenn Ihr ſterben, wenn Ihr mit Gefühlen des Haſſes gegen mich verſcheiden würvet.“
Rochefort reichte d'Artagnan die Hand; d'Artagnan nahm ſie. Der Graf wollte ſprechen, aber ein Blut⸗ ſtrom erſtickte ſeine Worte. Er ftreckte ſich in einer letz⸗ ten Convulſion aus und verſchied.
„Zurück, Canaille!“ rief d'Artagnan.„Euer An⸗ führer iſt todt und Ihr habt nichts mehr hier zu ſchaffen.“
In der That, als wäre der Graf von Rochefort die Seele des Angriffes geweſen, der nach dieſer Seite der königlichen Carroſſe gerichtet war, ergriff die Menge, die ihm folgte und ihm gehorchte, die Flucht, als ſie ihn fallen ſah. D'Artagnan machte einen Ein⸗ fall mit etwa zwanzig Musketieren in die Rue du Cog, und dieſer Theil des Aufruhrs verſchwand wie eine Rauchwolke, ſich auf der Place Saint⸗Germain⸗[Au⸗ rerrois zerſtreuend, und verlor ſich bald auf den Quais.
D'Artagnan kehrte zurück, um Porthos Hülfe zu leiſten, ſollte dieſer derſelben bedürfen. Aber Porthos hatte ſeine Arbeit eben ſo gewiſſenhaft vollführt, als dArtagnan. Die linke Seite der Carroſſe war nicht minder gut abgefegt, als die rechte, und man hob den Vorhang des Kutſchenſchlags empor, den Mazarin, minder kriegeriſch als der König, vorſichtiger Weiſe her⸗ abgelaſſen hatte⸗
—„—
„
—
d
—
e
di
8


