Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Dritte Abteilung], Ange Pitou : 1.-4. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
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174 Eröffnung der Reichsſtände, iſt ein Name in der Menge im Umlauf.

Dieſer Name wird mit um ſo ſchwereren Flüchen begleitet, als es der eines reich gewordenen Arbeiters iſt.

Reveillon, wie man verſichert, Reveillon, der Di⸗ rector der berühmten Papierfabrik des Faubourg Saint⸗ Antoine, Reveillon hat geſagt, man muſſe die Taglöhne der Arbeiter um fünfzehn Sous erniedrigen.

Das war die Wahrheit.

Man fügte bei, der Hof wolle ihn mit dem ſchwar⸗ zen Bande, das heißt, mit dem Sanct⸗Michaelsorden decoriren.

Das war die Albernheit.

Es gibt immer ein albernes Gerücht bei den Auf⸗ ſtänden. Und es iſt merkwürdig, daß ſie hauptſächlich durch dieſes Gerücht ſich rekrutiren, vergrößern, zur Revolution werden.

Das Volk macht einen Gliedermann, tauft ihn Reveillon, decorirt ihn mit dem ſchwarzen Bande, zündet ihn vor der Thüre von Reveillon ſelbſt an, und verbrennt ihn vollends auf dem Platze des Stadthau⸗ ſes, vor den Augen der Muniecipalbehörden, die ihn brennen ſehen.

Strafloſigkeit macht die Menge kühn; ſie verkün⸗ digt, nachdem ſie an Reveillon im Bildniß Gerechtig⸗ keit geübt habe, werde ſie am andern Tag in Wirk⸗ lichteit Gerechtigkeit an ihm üben.

Das war ein Fehdebrief in allen Regeln an die Regierung gerichtet.

Man ſchickte dreißig Soldaten von der franzöſiſchen Garde ab; aber es war nicht einmal die Regierung, die ſie abſchickte, ſondern der Oberſt, Herr von Biron. Die dreißig Soldaten waren Zeugen dieſes großen Tu⸗ multes, den ſie nicht verhindern konnten. Sie ſahen zu, wie man die Fabrik plünderte, das Hausgeräthe zum Fenſter hinauswarf, Alles zerbrach, Alles ver⸗

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