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d'Artvis ſich nur mit der Königin zu verbinden braucht, und der König hat nicht mehr die Kraft, zu verweigern.
Es iſt auch die Regierung der liebenswürdigen Männer. Herr von Calonne, einer der liebenswürdig⸗ ſten Männer der Welt, iſt Generalcontroleur; er hat zur Königin geſagt:
„Madame, wenn es möglich iſt, ſo iſt es geſchehen; iſt es unmöglich, ſo wird es ſich machen.“
Von dem Tage an, wo dieſe reizende Antwort in den Salons von Paris und Verſailles kreiſt, hat ſich das rothe Buch, das man für geſchloſſen hielt, wieder geöffnet.
Die Königin kauft Saint⸗Cloud.
Der König kauſt Rambouillet.
Der Könia hat nicht mehr Favoritinnen, ſondern die Königin: die Damen Diane und Jules von Polig⸗ nac koſten Frankreich ſo viel, als die Pompadour und
die Dubarry.
Die Königin iſt ſo gut!
Man ſchlägt eine Erſparniß an den großen Ge⸗ halten vor. Einige fügen ſich darein. Doch ein Ver⸗ trauter des Hofes weigert ſich hartnäckig, ſich beſchrän⸗ ken zu laſſen: das iſt Herr von Coigny. Der König entfliebt und ſagt lachend am Abend:
„Wahrhaftig, ich glaube, wenn ich nicht nachge⸗ geben hätte, Coigny würde mich geſchlagen haben.“
Der König iſt ſo gut!
Dann hängen die Geſchicke eines Reiches von ſo Perinsſigigen ab, vom Sporn eines Pagen zum Bei⸗
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Ludwig XV. ſtirbt; wer wird der Nachfolger von Herrn von Aiguillon ſein?
König Ludwig XVI. iſt für Machant. Machaut iſt einer von den Miniſtern, die den ſchon wankenden Thron geſtützt haben. Mesdames, das heißt, die Tanten des Königs, ſind für Herrn von Maurepas, der ſo beluſtigend iſt und ſo ſchöne Lieder macht. Er hat im Pontchartrain


