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Nation viel; ſie koſteten allein über drei Millionen jährlich.*)
Zum Glück hatte man einen jungen, moraliſchen, philanthropiſchen, beinahe philoſophiſchen Rönig.
Einen König, der wie der Emil von Jean Jacques, ein Handwerk, oder vielmehr drei Handwerke gelernt
atte. Er war Schloſſer, Uhrmacher, Mechanicus.
Erſchrocken über den Abgrund, über den er ſich neigt, fängt der König damit an, daß er alle Gunſt⸗ bezeigungen, die man von ihm verlangt, abſchlägt. Die Höflinge beben. Zum Glück beruhigt ſie Eines: nicht er ſchlägt ſie ab, ſondern Turgot. Die Königin iſt vielleicht noch nicht Königin, und kann folglich an dieſem Abend nicht den Einfluß haben, den ſie morgen haben wird.
Im Jahr 1777 erlangt ſie endlich den ſo ſehr er⸗ ſehnten Einfluß: die Königin wird Mutter; der König, der ſchon ein ſo guter König, ein ſo guter Gatte war, kann nun auch guter Vater werden.
Wird er derjenigen, welche der Krone einen Erben gegeben hat, etwas verweigern?
Und dann iſt das noch nicht Alles: der König iſt auch guter Bruder; man kennt die Anekdote von Beau⸗ marchais, der dem Grafen von Provence geopfert wurdez und der König liebt nicht einmal den Grafen von Pro⸗ vence, weil er ein Pedant iſt.
Dagegen liebt er ſehr den Grafen d'Artois, dieſen Typus von Geiſt, von Eleganz und franzöſiſchem Adel.
Er liebt ihn ſo ſehr, daß, wenn er zuweilen der Königin das, was ſie fordert, abſchlägt, der Graf
*) So heißt es im Original, aber entweder iſt
die Summe von drei Millionen ein Druckfehler, denn
die Vergnügungen von Ludwig XV. koſteten bedeutend mehr, oder hätte es heißen ſollen XVI. D. Ueberſ.


