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ſich zuſammenfügt, und da das, welches wir hier geben, nur für den Gebrauch der vielverlangenden Geiſter, die ſich von Allem Rechenſchaft geben wollen, beſtimmt iſt.
Etwas Unerhörtes, Unbekanntes, etwas, was von der Vergangenheit kam und auf die Zukunft zuging, toste und brummte ſeit ein paar Jahren in der Luft.
Das war die Revolution.
Voltaire hatte ſich einen Augenblick in ſeinem Todeskampf erhoben, und, mit den Ellbogen auf ſein Sterbebett geſtützt, hatte er bis in der Nacht, wo er tn dieſe blitzende Morgenröthe glänzen ehen.
Es ſollte nämlich die Revolution, wie Chriſtus, deſſen Gedanke ſie war, die Lebendigen und die Todten richten.
Als Anna von Oeſterreich zur Regierung kam, ſagt der Cardinal von Retz, gab es nur Ein Wort in Aller Mund: Die Königin iſt ſo gut!
Eines Tags ſieht der Arzt von Frau von Pompa⸗ dour, Quesnoy, Ludwig XV. eintreten: ein Gefühl, das nicht Reſpect war, beunruhigt ihn dergeſtalt, da
er zittert und erbleicht..
„Was haben Sie?“ fragte ihn Frau von Hauſſet.
„Madame,“ erwiederte Quesnoy,„ſo oft ich den König ſehe, ſage ich mir: das iſt ein Mann, der mir den Kopf kann abſchlagen laſſen!“
„Oh! es iſt keine Gefahr,“ entgegnete Frau von Hauſſet:„der König iſt ſo gut!“
Mit dieſen zwei Sätzen:
Der König iſt ſo gut!
Die Königin iſt ſo gut! hat man die fran⸗ zöſiſche Revolution gemacht.
Als Ludwig XV. ſtarb, athmete Frankreich. Man war zugkeich wie vom König, ſo von den Pompadour, von den Dubarry, vom Hirſchvark befreit.
Die Vergnügungen von Ludwig XV. koſteten die


