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Das war das dritte Mal ſeit dieſem Morgen, daß Billot in die Ohren von Piton die drei für den Men⸗ ſchmeichelhaften Worte:„Du haſt Recht,“ klin⸗
en ließ. Pitou fand, daß er nichts Beſſeres zu thun hatte, als die Worte von Billot zu wiederholen.
„Sie haben Recht,“ wiederholte er, während er ſich auf den Raſen niederlegte.„Man darf Sie nicht tödten, lieber Herr Billot.“
Und dieſes Ende eines Satzes erloſch in der Kehle von Pitou. Ves faucibus haesit, hätte er ſagen können, wenn er wach geweſen wäre, doch er ſchlief.
Billot bemerkte es nicht.
„Ein Gedanke,“ rief er.
„Ah!“ ſchnarchte Piton.
„Höre mich, ich habe einen Gedanken; trotz aller Vorſicht, mit der ich zu Werke gehe, kann ich getödtet werden, von nahe getödtet oder von fern getroffen, vielleicht auf den Tod getroffen werden und ſogleich ſterben; würde dies geſchehen, ſo mußt Du wiſſen, was Du ſtait meiner dem Doetor Gilbert ſagen ſollſt.“
Pitou hörte nicht und antwortete folglich auch nicht.
„Wenn ich auf den Tod verwundet würde und meine Sendung nicht erfüllen könnte, ſo müßteſt Du ſtatt meiner den Doctor Gilbert aufſuchen und ihm ſagen... hörſt Du mich wohl, Pitou?“ ſprach Billot, indem er ſich gegen den jungen Mann hinabbückte,„und Du wirſt ihm ſagen... Doch er ſchnarcht, der Un⸗ glückliche.“
Die ganze Exaltation von Billot fiel vor dem Schlafe von Piton.
„Schlafen wir alſo,“ ſagte er. Denn wie ſehr auch der Pächter an Strapazen gewöhnt war, der Ritt am Tage und die Ereigniſſe des Abends waren für ihn nicht ohne einſchläfernde Gewalt.
Und der Tag erſchien nach drei Stunden ihres Schlummers oder vielmehr ihrer Erſtarrung.


