Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Dritte Abteilung], Ange Pitou : 1.-4. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
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wie man ſchreit? fuhr Pitou ermuthigt fort.Das Holz zerreißt wie Papier, das Eiſen dreht ſich wie Hanf.

Das Volk iſt zornig, Pitou.

Aber, bemerkte Pitou,mir ſcheint, der König iſt auch nicht ſchlecht zornig.

Wie, der König?

Allerdings; die Oeſterreicher, die Deutſchen, die Kaiſerlichen, wie Sie ſie nennen, find die Soldaten des Königs. Nun alſo, wenn ſie das Volk angreifen, ſo iſt es der König, der ihnen anzugreifen befiehlt, und um ſolche Befehle zu geben, muß der König auch zornig ſein.

Du haſt zugleich Recht und Unrecht, Pitou.

Das ſcheint mir nicht möglich, lieber Herr Billot, und ich darf Ihnen nicht ſagen, wenn Sie die Logik ſtudirt hätten, ſo würden Sie kein ſolches Paradoron wagen.

Du haſt Recht und Du haſt Unrecht, Piton, und Du wirſt ſogleich einſehen, warum.

Das ſoll mir ſehr lieb ſein, doch ich bezweifle...

Siehſt Du, Piton, es gibt zwei Parteien bei Hofe, die des Königs, der das Volk liebt, und die der Königin, welche die Oeſterreicher liebt.

Das kommt davon her, daß der König Franzoſe und die Königin Oeſterreicherin iſt, erwiederte Pitou philoſovhiſch.

Warte! Mit dem König ſind Herr Turgot, Herr Necker, mit der Königin Herr von Breteuil und die Polignac. Der König iſt nicht der Herr, da er ge⸗ nöthigt geweſen iſt, Herrn Turgot und Herrn Necker zu entlaſſen. Die Königin iſt alſo Gebieterin, das heißt die Breteuil und die Polignac. Darum geht Alles ſchlecht!... Siehſt Du, Pitou, das Uebel kommt von Madame Deficit; Madame Deſicit iſt erzürnt, und in ihrem Namen greifen die Truppen an; die Oeſter⸗ reicher vertheidigen die Oeſterreicherin: das iſt ganz

einfach.