Frau von Chevreuſe machte große, verwunderte Augen. Offenbar hatte ſich dieſer Rame in ihrem Ge⸗ dächtniſſe nicht ganz verwiſcht, obgleich er mit vielen alten Erinnerungen vermengt war.
„Athos?“ ſagte ſie,„wartet doch ein wenig..“
Und ſie legte ihre zwei Hände an ihre Stirne, als wollte ſie die tauſend flüchtigen Gedanken, welche dieſelbe enthielt, nöthigen, einen Augenblick ſtehen zu bleiben, um ſie klar in dem buntſcheckigen, glänzenden Haufen ſchauen zu laſſen.
„Soll ich Euch helfen, Madame?“ ſagte Athos lächelnd.
„Ja doch,“ erwiederte die Herzogin, des Suchens bereits müde;„Ihr thut mir einen Gefallen damit.“
„Dieſer Athos ſtand in Verbindung mit drei jun⸗ gen Musketieren, und dieſe drei Musketiere hießen d'Artagnan, Porthos und
Akhos hielt inne.
„Und Aramis,“ ſprach die Herzogin lebhaft.
„Und Aramis, ſo iſt es,“ verſetzte Athos.„Ihr habt alſo dieſen Namen nicht gänzlich vergeſſen?“
Nein,“ ſprach ſie,„nein! Armer Aramis! er war ein reizender Cavalier, zierlich, verſchwiegen, und machte artige Verſe. Ich glaube, es hat eine ſchlimme Wendung mit ihm genommen.“
„Aeußerſt ſchlimm: er iſt Abbé geworden.“
„Ah, welch' ein Unglück!“ rief Frau von Chevreuſe, nachläſſig mit ihrem Fächer ſpielend.„In der That, mein Herr, ich danke Euch.“
„Wofür, Madame?“
„Daß Ihr dieſe Erinnerung in mir zurückgerufen habt, denn ſie gehört zu den angenehmſten Erinnerungen meiner Ingend.“
„Dann erlaubt Ihr mir alſo, eine zweite in Euch zurückzurufen?“
„Welche mit dieſer in Verbindung ſteht?“
„Ja oder nein.“


