Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Er mußte lachen, als er ſich im Geiſte dieſe Wuth ausmalte. Soviel ſtand feſt, er wollte der Wüthenden aus dem Wege gehen und ſich nicht mehr in ihrer Manſarde blicken laſſen.

Er lachte noch immer, als er in die Schenke des Vaters Tabaret trat, ſeine eigene Wuth war verrauſcht.

Madame Leroi heftete die grauen Augen feſt auf ihn, es war, als ob ſie in die innerſten Tiefen ſeiner Seele blicken wolle.

Alles in Ordnung, ſagte der Wüſtling gelaſſen,der alte Schuft hat die große Reiſe angetreten.

Und wie lief es ab?

Vorkrefflich. Der Kerl ſchlief wie eine Natte, der Haken und der Strick waren ſo feſt, wie man es wünſchen konnte.

Die Alte ſchüttelte den Kopf, es ſchien ihr unbegreiflich zu ſein, daß der vornehme Herr ſo ruhig, ja heiter dabei war.

Sie ſchob ihm das Branntweinglas hin, aber er wies es mit einer Geberde des Abſcheu's zurück.

Es iſt mir leichter geworden, wie ich glaubte, ſagte er,und es bedarf ſolcher Mittel nicht, um etwaige Gewiſſensbiſſe zu betäuben Jetzt iſt es an Euch, Euer Verſprechen zu erfüllen.

Madame Leroi nickte.

Wir werden alſo morgen das Erbe theilen? fragte ſie.

Sobald es mir zugeſprochen iſt.

Gut, gut, das kann ja morgen ſchon geſchehen. Wo liegt das Teſtament?

Auf ſeinem Pulte. Aber nun macht voran, Alte! Habt Ihr die Nachricht erhalten?

Soeben. Louiſon ſchläft, wir ſind unſerer Sache alſo ſicher.

Madame Leroi trank ihr Glas aus und erhob ſich, aber ehe ſie das Zimmer verließ, trat ſie noch einmal dicht vor den Wüſtling und ſah ihm ſcharf in das verlebte, fahle Geſicht.

Wenn Sie nich betrügen, dann fürchten Sie meine Rache, ſagte ſie,ich halte meinen Theil der Bedingungen treu und ehrlich, um ſo ſchändlicher wäre Ihr Betrug.

Zweifelt Ihr noch immer? ſpottete Segur.

Ich will nicht zweifeln. Nun, kommen Sie, die nächſten Tage werden ja lehren, ob Sie mein Vertrauen mißbraucht haben, oder nicht.

Die Beiden verließen jetzt die Schenke und ſchritten die finſtere Treppe hinunter.