Jahrgang 
1
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Erſtes Kapitel.

Auf den Barrikaden.

Bürger heraus! Auf die Barrikaden! Es muß Blut fließen! Herrrrraus!

Es war ein kleiner, unterſetzter, rothbärtiger Mann, der an einem Septembertage des Jahres 1848 in verſchiedenen Stxaßen der

heiligen Stadt Köln dieſe Worte rief.

Trotzdem es noch ſehr früh am Tage war, rottete das Volk in den Straßen, welche jener Mann durchwanderte, ſich raſch zu⸗ ſammen; man ſah Gevatter Schuſter und Schneider mit allen er⸗ denklichen und undenkbaren Mordwaffen herbeietlen, um die in der vergangenen Nacht aufgerichteten und dann wieder verlaſſenen Bar⸗ rikaden zu vertheidigen.

Eine dieſer Barrikaden befand ſich auf dem Hof in der Nähe des Domes, und die blutrothe Fahne, die auf ihrer Spitze wehte,

ſchien anzudeuten, daß ſie bis auf den letzten Mann und den letz⸗

ten Blutstropfen vertheidigt werden ſollte⸗ 18 Bürger heraus! Es muß Blut fließen! ſchrie der roth⸗ bärtige Demokrat, während er auf der Spitze der Barrikade mit nerviger Fauſt die rothe Fahne ſchwang. 2* 3 DSann ſtieg er wieder hinunter, um in eine Seitenſtraße ein⸗ zubiegen und auch dort durch ſein Geſchrei die Bürger auf die nahende Gefahr aufmerkſam zu machen. In weiter Ferne hörte man ſchon das Wirbeln der⸗Trommeln und einzelne Flintenſchüſſe. 3 Bürger heraus! auf die Barrifeden! 5 Die Geſellen des Schloſſermeiſters Peter Braun ließen bei dieſem Rufe Hammer und Feile feiern. Die Werkſtätte lag ſicht an der Straße, einer der beiden Ge⸗ ſellen öffnete raſch das Fenſter. 3 Der rothbärtige Domokrat blieb ſtehen. Fünfmal hunderttauſend Thaler.*