Teil eines Werkes 
1. Band (1871)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

einem mitleidigen Blick auf ſeinen Freund bei:ob auch glücklich, wage ich nicht zu hoffen.

Laß mich nur erſt den Reichthum erjagen, für

mein Glück weiß ich ſodann zu ſorgen, ſchnurrte Julius, während in ſeinem Auge ein unheimliches Feuer aufblitzte.

Dann verſtehſt Du unter Glück jedenfalls etwas Anderes als ich, wendete Karl ein und fuhr fort: Nach meiner Anſicht gibt es für den Menſchen Güter, die nicht mit Haufen Goldes zu erkaufen ſind. Frei⸗ lich ſcheint in unſern Tagen Manchem gerade für die edelſten und höchſten Schätze des Lebens der wahre Sinn zu fehlen. Mindeſtens würde ich ſonſt unbe⸗ greiflich finden, daß mitunter die Beſitzer von Millionen, nur um noch größere Haufen Goldbarren und Werth⸗ papiere zuſammenzuſcharren, ſich Jahr aus Jahr ein in ihre dumpfen Bureaux einſargen. Solche Leute könnten ſchon auf Erden den Himmel genießen, und Vegethutn als Sklaven ihrer Geſchäfte.

Ich meinerſeits finde das aller Ehren werth. Wer nichts beſitzt, muß arbeiten; wer reich iſt, arbeitet freiwillig. Und nur eine Thätigkeit, der man ſich aus freiem Willen und eigenem Antriebe widmet, kann als ſubjectiv verdienſtlich gelten. Wie ſtände es wohl um Induſtrie, Handel und Gewerbe, ja ſogar um die