boten, ihr dieſen Beſitz, dieſe Exiſtenz, dieſen Lebensinhalt nicht zu kuͤrzen, nicht zu betruͤben. Dies war, glaube ich, das edelſte Stuͤck unſe⸗ rer Liebe, die mit Kindern ungeſegnet blieb. Doch fehlte es mir nicht an Annehmlichkeiten des Lebens; der Landbau, die Erziehung Ange⸗ lika's, Muſik und Malerei fuͤllen unſere Tage. Der geſellige Verkehr mit der Stadt zieht meine Frau mehr als mich an; ich finde ihn ohne Geiſt, ohne tiefere Intereſſen. Dafuͤr machen wir jaͤhrlich eine Reiſe, gewinnen neue oder er⸗ friſchte Lebensanſchauungen und halten, ſo zu ſagen, die verſteckte Bucht unſerer Heimat un⸗ ter Einwirkung von Ebbe und Flut der Welt. Seit den anderthalb Jahren, die Sie nun bei uns ſind, Veronika, lerne ich durch Ihr Auge und Herz auch manches kleine Gluͤck um uns her ſchaffen. Ich ſah wohl auch fruͤher viel Ar⸗ muth in dieſem Dorf und umher; allein ich
verſtand es nicht, ihr auf die rechte Weiſe ab⸗ 2*


