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„„Ja,“« wiederholte die Dame mit herzzerſchnei⸗ dender Wehmuth, indem ſie des Doktors Hand ergriff, der ſie feurig an die Lippen drückte,„„ja, Tod und Auferſtehung!““—
Mir ſtarrte das Blut in den Adern— unwill⸗ kührlich entfloh mir ein leiſes Ach! Der Satan hatte ſein Spiel— die Dame drehte ſich um— meine werthe Figur ſtand dicht vor ihr! Vor Er⸗ ſtaunen hätte ich in die Erde ſinken mögen.— Niemand anders war die Dame, als das liebens⸗ würdigſte Mädchen in B..... das Fräulein Wil⸗ helmine von S... Auch ſie ſchien vor Schreck und Staunen ſich kaum aufrecht halten zu können — ſie ſchlug die Hände zuſammen, und rief ganz zerknirſcht:„Um Gott! o mein Leben! wo kom⸗ men Sie hierher, Theodor, an dieſen ungelegenen Ort, zu dieſer ungelegenen Stunde!
Die raͤchende Nemeſis mit der Malermappe fiel mir wieder ein, und ich ſprach mit einem gewich⸗ tigen Ton, wie ungefaͤhr Minos oder Rhadaman⸗ tus ihre Spruͤche verkuͤnden moͤgen:„es kann ſeyn, mein ſehr werthes, und bis zu dieſer Mi⸗ nute hochgeachtetes Fraͤulein, daß ich Ihnen ſehr ungelegen komme; doch vielleicht ſind es die Schick⸗ ſalsmaͤchte ſelbſt, die mich hierher brachten, um irgend eine ruchloſ—“
Der Doctor ließ mich nicht vollenden, ſondern fiel mir zuͤrnend in die Rede, indem ſeine Wan⸗
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