9⁵
ſenen Theil des Waldes, wo ich den wunderlichen Baum mit ſeinen halb verdorten, halb grünen Aeſten, und ſeinen maleriſchen Laubgruppen ange⸗ troffen hatte, um ihn ſo wie er leibt und lebt, in mein Malerbuch einzutragen. Schon hatte ich meine Mappe zurechtgelegt, den Crayon geſpitzt, und mich in die gehörige Poſitur geſetzt, als durch das dicke Gebüſch ein herrſchaftlicher Wagen ra⸗ ſchelte. Mit Mühe bahnten ſich die Pferde Schritt vor Schritt einen Weg durch das wilde Geſtrüpp, und es ſchien in der That ein ſeltſamer Einfall der Fahrenden, gerade außer Weg und Steg den, von hundert anmuthigen Wegen durchſchnittenen Wald aufs Neue ohne Noth durchbrechen zu wollen.
Endlich, als die Pferde weder vor noch rückwärts kommen zu können ſchienen, hielt der Wagen— der Schlag öffnete ſich, und hinaus ſtieg ein junger, ſauber in Schwarz gekleiteter Mann, den ich, als er aus dem dicken Geſtrüpp heraus trat, für den jun⸗ gen Doktor O... erkannte.
Er ſah aufmerkſam umher, und ſchien offenbar ſich überzeugen zu wollen, daß Niemand in der Nähe ſey. Es wollte mich bedünken, als habe ſein Weſen etwas beſonders Aengſtliches, als ſey ſein Blick ſeltſam, wirr und unſtät. Ich ſchäme mich jetzt meiner Thorheit; der unheimliche Schauer irgend einer Unthat, deren ich in dem Augenblick den guten, harmloſen Doktor O... für fähig


