15
nicht länger der Märtyrer ſein für unſere große und erhabene Sache? Auch Sie wollen die Fahne verlaſſen?
Die Fahne, welche unſere eignen Heerführer in den Staub getreten haben, ja, die will ich verlaſſen! ſagte der Angeredete leiſe.
Und endlich Sie, lieber Osmar, Sie, den die Menſchlichkeit und die Wißbegierde in unſere Reihen getrieben, der nichts gethan, als unſere Wunden zu verbinden und unſere zerſchmetterten Glieder ab⸗ zulöſen, auch Sie wollen fliehen, ſtatt öffentlich vor den Schranken Ihre Unſchuld und Ihren Edelmuth zu beweiſen?
Mir liegt nichts an dieſem Beweis, aber Alles an der Freiheit, ſagte der junge Arzt Osmar faſt laut. Die Freiheit iſt meine Braut, ihr jage ich nach aller Orten, und ich will ſie heut Nacht noch umarmen, und müßte ich daran ſterben!
Aun, wir ſind alſo alle feſt und unerſchütterlich entſchloſſen, flüſterte Major Bernthal. Und horcht, da ſchlägt ſchon das letzte Viertel von zwei Uhr. Loch eine Viertelſtunde, und die Freiheit oder der Tod erwartet uns. Ihr glaubt alſo, daß es gelin⸗ gen kann. Laßt es uns noch einmal überlegen! Mit


